Pressestimmen |
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Experimentierfreudig zeigte sich [...] Horst Lohse, der drei Momentaufnahmen seiner im Entstehen begriffenen Märchenoper Sabelita (Libretto: Michael Herrschel) vorstellte. Als allegorische Figuren und Spiegelfläche der eigentlichen Märchenhandlung treten [...] Regie und Poesie miteinander in Wettstreit - und reflektieren [...] gängige Erzählformen wie Grenzen des Musiktheaters. Ein fein oszillierendes, farbenreiches und tiefenscharfes Geflecht aus Bläserstimmen, Violine und Percussion schmeichelt stets den Einzelstimmen - und misstraut zugleich der Tragweite von fest gezurrten Melodielinien und tonalen Schablonen. |
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Ein starkes Rezital, eine Fülle von vitaler musica impura [...] entfaltet [...] hoch differenzierte Kräfte im Kosmos der Lyrics [...] von Horst Lohse, worin kleinste Zeichen spannungsvoll aufeinander bezogen sind. Hirschfeld und Albert erfassen sie sinnlich exakt und gestalten einen leisen, verstörenden Soundtrack für imaginäre Tanztheaterminiaturen: ein Rascheln, Flüstern, Schnarren, Klopfen - spitzkantige Melodik, melancholisch, durchsichtig, transparent - ein Zittern, Umspielen, bis die Stimmen sich in zärtlicher Berührung vereinigen und wieder auseinanderstieben. |
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Die Cantos sinfónicos [...] gehören zum Gelungensten, was in letzter Zeit an modernen Werken zu hören war. Der [...] Gehalt der García-Lorca-Gedichte wird [...] in Klangbilder von faszinierender Atmosphäre umgesetzt. Horst Lohse gerieten [...] entfesselte Gewalten in den Eruptionen des menschlichen Aufschreis [...], wie man sie allenfalls noch in Pendereckis interessantesten Werken findet [...]. Vor allem [...] liegt über dem Stück [...] eine sich bis zum letzten Teil steigernde Spannung, die zu bersten droht, wenn sie am Schluss in die Stille mündet. |
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Lohses Musik trifft den [...] Charakter der Lorca-Poesie, die er dem Chor im Original anvertraut. [...] In dichter Substanz, aber transparenter Struktur [...]: rhythmisch flüsternd, monoton deklamierend, arios singend [...]. Das Orchester setzt diese Sprache ebenso intensiv um, klangsinnlich zwischen Schrei und Stille. |
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La morte d’Orfeo: In Lohses gestischer Musik wird dieses Geschehen klangsinnlich und vehement lebendig. [...] Mit dieser Uraufführung hinterließ Lohse (wie bereits mit seinen Lorca-Gesängen [...]) starken Eindruck. |
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Horst Lohses Fantasiestücke AllerleiRauh waren ein weiterer Höhepunkt dieses so reichhaltigen Programms. Angeregt wurde die Komposition durch sechs Radierungen aus dem Zyklus Curriculum des phantastischen Zeichners und Malers Caspar Walter Rauh. Lohses sublime Tonsprache korrespondiert mit den fein ziselierten Graphiken Rauhs in Form zarter, kaum wahrnehmbarer Übergänge [...]. AllerleiRauh bietet wirklich geschaute Fantasien in kunstvoller Schönheit. |
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Eindrucksvoll auch Horst Lohses Die sieben Todsünden - nach Hieronymus Bosch, ein Werk, das menschliche Schwächen musikalisch thematisiert, Zorn, Vergnügungssucht, ja sogar Missgunst und Stolz in genialischer Weise zum Klingen bringt. |
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Horst Lohse ließ sich auf das Wagnis ein, Hieronymus Boschs Bilderzyklus Die sieben Todsüden in Charakterstücke umzusetzen [...]: [...] unabhängig vom programmatischen Bezug in sich konsequent und klanglich ausgereifte Miniaturen. |
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Die Ideen, die Lohse seinen Stücken zugrunde legt, sind sofort greifbar. [...] Lohse komponiert nicht nur plastisch, sondern bleibt auch nahe am Sujet. |
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Cave cave Dominus videt - Reflexionen zur Madrider Tafel des Hieronymus Bosch - für Stimme und Orgel des in Bamberg lebenden Komponisten Horst Lohse […]: Schon die Uraufführung 2012 hatten Sirka Schwarz-Uppendieck und Michael Herrschel (Autor und Interpret des Textes) gestaltet, nun hatten die Zuhörer das große Glück, das eindrucksvolle Werk sozusagen von seinen Taufpaten präsentiert zu bekommen. […] der überaus kunstvolle, empathische Text […] rief eine starke, verdeutlichende Wirkung hervor, die weit über Rezitation oder Schauspiel hinausging zu ehrlich empfundenem Mitleben, das in Nachdenklichkeit, aber auch groBem Drama intensiv spürbar wurde. Und die Opulenz der Orgel zeigte Konflikte, die sich endlich als „ferner Gesang“ versöhnlich in hell strahlendem Morgenlicht lösten. |
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[...] in [...] Bamberg Symphony [...] beeindruckt die kräftig zupackende Art, in der Lohse mit seinem Klangmaterial umgeht; der zweite Satz, ein Allegro non troppo vivo, wird geprägt von kräftigen rhythmischen Impulsen, während in einem ausdrucksstarken Adagio mit kunstvollen polytonalen Schichtungen der Komponist sich als ein klangbewusster Musiker ausweist. [...] Unter [...] Horst Stein setzten sich die Bamberger Symphoniker [...] engagiert für ihre Geburtstagsmusik ein. [...] Partitur und Stimmen dieser Symphonie sollten künftig zum Standard-Tourneegepäck der Bamberger gehören. |
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Bamberg Symphony ist [...] ein Stück von großer und durchgehaltener Intensität, [...] voll von kontrapunktischen und anderen Künsten, doch auf Anhieb gut zu verfolgen [...]. Lohse [...] knüpfte [...] am Beispiel Mahlers an: in der Art der Instrumentation wie mancher Themenbehandlung, vor allem aber im Aufbau verführerisch schöner melodischer Partien, im „schönen Schein", der doch immer wieder entlarvt, zerstört wird [...]. Melodisches wandelt sich [...] in Klangflächen, in Akkordisch-Statisches, wird insistierend - bis zur Bekräftigung des Epilogs. |
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In Die vier letzten Dinge für Orgel (Solist: Christoph Maria Moosmann) und Orchester erschließt der Bamberger Komponist in beeindruckender Weise Klangräume und -farben. |
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Sisyphos: künstlerischen Nachdruck [...] widmete das Orchester dem Tongemälde Lohses, das so plastisch und drastisch die Sisyphos-Problematik zu erzählen vermag, das so beziehungsvoll Stellung bezieht zu der Not und der doppeldeutigen Größe des Helden und dessen kompositorischer Code so kunstvoll ersonnen ist. |
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Horst Lohses starkes symphonisches Fragment: Das Stück birst vor Kraft und innerer Erregung. |
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Epitaph für Nizami: Horst Lohse [...] verwendet geschickt alle modernen Mittel der Klangverfremdung und Aleatorik und entlockt dem großen, mit dreifachen Bläsern und umfangreichen Schlagwerk besetzten Orchester eine reiche Klangpalette [...]. |
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Die Sirenen noch im Ohr: Horst Lohse [...] erinnert an das verführerische Werk Debussys [Sirènes aus Trois Nocturnes]: Wie die menschlichen Frauenstimmen ohne Text singen, wandert der Hornklang bei Lohse durch den Raum zum Ohr [...]. Mit solchen Klangfarben ist die Musik fähig, Wirklichkeit und Nicht-Wirklichkeit, das Greifbare sowie das Ungreifbare zu simulieren. |
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Turm der Winde ist ein markantes Werk für Akkordeonensemble [...]. Horst Lohse gelang mit dieser achtsätzigen, etwa siebzehn Minuten dauernden Komposition ein Wurf, bei dem besonders die Differenziertheit in der Ausführung besticht. |
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A. Schmidts Monde - Métaphores lunaires [...]: Als großer Verehrer der sprachlichen Kunst Arno Schmidts stellte der Komponist 16 Begriffe oder Halbsätze über das Mondlicht („Glimmender Mond“, „Wohlig baumelte der Mond im wirbelnden Getriebe“) aus seinen Texten zusammen und versah sie mit äußerst fantasiereichen wie sparsamen Klängen, 16 musikalische Kommentare mit jeweils eineinhalb Minuten Spielzeit. Die Hörer zeigten sich dankbar für das menschliche Moment in diesem kleinen Meisterwerk, es gab den ersten starken Beifall an diesem Abend. |
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In 16 Bildern entwickelt sich das Wechselspiel von Wort und Musik zu einer spannenden Aktion. [...] Die somnambulen Mondvisionen geraten nicht illustrativ, sondern surrealistisch in einer virtuosen Wort- und Klangartistik. |
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A. Schmidts Monde [...]: kunstvolle Miniaturen, die das Quintett unter des Komponisten Leitung mit großem Zugang dazu ausgesprochen packend aufführte. |
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Die durch die Verse des Lunatikers Arno Schmidt angeregte Szenenfolge lädt ein, Lohses einfühlsamen und phantasievollen musikalischen Assoziationen zu folgen - zumal sie in nahezu perfektem Zusammenspiel, mit der erforderlichen virtuosen Qualität in den solistischen Einlagen und doch mitternächtlicher Abgeklärtheit geboten wurde. |
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Einen ganz anderen Stil bietet das Tor zur Tiefe für Klavier solo von Horst Lohse, das Lorenz Trottmann in seiner Opulenz und Pracht aus dem Flügel zaubert. [...] Nicht ganz von dieser Welt ist auch der Klang der mit Posaunenatem in Schwingung gesetzten Klaviersaiten bei den drei Imaginations für Klavier und Bassposaune [...]. Alle dargebotenen Juwelen überraschen mit Witz und neuen Wegen der Klangerzeugung. |
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Nocturne – Aubade: Nirgends wird der Entstehungsprozess von Musik so anschaulich wie hier. Fünf charakterlich völlig unterschiedliche Instrumente schmiedet Lohse zu einem energiegeladenen Organismus. |
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[...] die kühl analytische Glut von Horst Lohses Divergenz für drei Streichinstrumente: eine Kalkulation wie im Koordinatensystem, zupackende Streicherattacke [...], Ausdrucksstärke [...] bis zum verglimmenden Epilog. |
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Wobei gerade die Soli den stärksten Beifall einfahren: Etwa wenn Mirijam Kohn Lohses Charakterbilder aus der Odyssee zeichnet und sowohl Pallas Athene wie Kalypso auf der Blockflöte vergegenwärtigt. Man assoziiert dabei archaische Klänge von Hirtenflöten aus Orpheus’ Zeiten. |
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Hephaistos für Schlagzeug solo [...] handelt von dem griechischen Gott der Schmiede. Hier kommen ausschließlich metallene Perkussionsinstrumente zum Tragen, die abwechslungsreich die Arbeit und das Leben des Gottes verdeutlichen. Christian Roderburg verstand es ausgezeichnet, diese Vertonung mit viel Witz und Esprit zum Erklingen zu bringen. |
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Die Musiker hatten Freude daran, es zu spielen, dem Publikum machte es Spaß, zuzuhören: Die Rede ist von Horst Lohses [...] Rondi ed Intermezzi [...], deren Spiel mit Formen, Instrumenten und Klangfarben Spaß macht. |
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Eine brillante Abstimmung zwischen melodischer Linie und harmonischem Gleichgewicht beweist Horst Lohses Abschied für Saxophon und Klavier, das so auf knappem Raum ein reiches Spektrum an Emotionen heraufbeschwört. |
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Der eingebildet Kranke: Horst Lohse gab das musikalische Feuer zum zündenden Finale. |
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Wenn man [...] überlegt, welches von den aufgeführten Stücken man gerne wieder einmal hören würde, so denkt man [...] sofort an Phoenix - Hommage à Scriabine [...]. Lohses Komposition spielte raffiniert mit harmonischen Entwicklungen [...]; aufregend [...] waren die Klangebenen und ihre beständigen Veränderungen [...]. |
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Lohses Die Geburt des Feuers [...], eine Hommage an den Maler Roberto Matta, beginnt mit einfachen Mitteln: einzeln angeschlagenen Tönen, während die Linke in den Korpus greift und die Hämmerchen von den Saiten fernhält. So wird ein eigenartiger, schimmernder Nachklang erzielt und Lohse erkundet quasi den Sub-Text der Töne, die im Frage- und Antwort-Passagen dialogisieren oder im Akkordischen zusammengeführt werden. Neben anschlagspezifischen Effekten nutzt der Komponist im [...] Zwischenspiel mit reichlich Arpeggien, Trillern und Läufen auch zumindest Erinnerungen an jene instrumentaltechnischen Rauschzustände, die das 19. Jahrhundert so begeisterten. Ortwin Stürmer stellte sich dem anspruchsvollen Notentext dieses knapp zehnminütigen Werks mit viel technischer Raffinesse und großer Klangphantasie. |